Paris, 12. Dezember 2008 /hn
Paul Robin Krugman, US-amerikanischer Professor für Volkswirtschaftslehre an der Princeton University und d frischgebackener Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008, nahm gestern in Stockholm diese höchste Auszeichnung entgegen. Kurz zuvor kritisierte er die Politik der Bundesregierung zur Finanzkrise besonders heftig.
In seinem Blog in der New York Times unter dem Titel " The economic consequences of Herr Steinbruech" begründet Krugman seine harsche Kritik: „Nirgendwo sonst sind die Staaten der Welt enger durch gegenseitigen Waren- und Dienstleistungsaustausch verbunden als in Europa. Deswegen gibt es gerade in Europa ein gewaltiges Bedürfnis nach koordinierter Politik. Der Grund: Die Fiskalpolitik jedes europäischen Landes hätte in erster Linie Auswirkungen auf seine Nachbarn, höhere Ausgaben werden als größere Nachfrage in Europa allen gegenseitig zu Gute kommen.“
Aber, so Krugman weiter: „Die Deutschen machen nicht mit. In einer Zeit, in der eine koordinierte Ausgabenpolitik verzweifelt benötigt wird, scheinen die führenden Politiker der größten europäischen Wirtschaftsnation ihren Kopf in den Sand zu stecken. Sein knappes Urteil liegt auf der Linie der meisten EU-Partner: Merkel und Steinbrück tun zu wenig gegen die Krise.
„Und wenn Deutschland eine wirksame europäische Antwort verhindert, hat dies in beachtlichem Mass Auswirkungen auf den globalen Rückgang. Es gibt eine riesige Multiplikator-Wirkung, die leider alles, was getan wird - (oder nicht getan wird, A.d.R.) vervielfacht. So auch die Dummheit der aktuellen deutschen Regierung.“
Die Ausgabenpolitik zur Ankurbelung der Wirtschaft von Frankreichs Präsident Sarkozy, Großbritanniens Regierungschef Gordon Brown sowie EU Kommissionspräsident Baroso wird
von Angela Merkel und Peer Steinbrück jedoch weiter strikt abgelehnt und nicht mitgetragen.

